Die Geschichte unseres Vereins
Anfang der 80er Jahre kamen Wolfgang und Richard Deussen sowie Bodo Görtz aus Oberbruch beim Fallschirmspringen in Spa (Belgien) mit dem Ultraleichtfliegen in Kontakt. Das waren die ersten fliegenden Putzlappen, Trikes bzw. mit Drahtseilen verspannte Dreiachser, denen bei einem Gewicht des Piloten von mehr als 85 kg die Puste ausging und die bei Vollgas nicht wussten, ob sie rauf oder runter sollten.
Mit solchen Fluggeräten begannen sie dann 1983 nordöstlich von Schleiden (gelegen zwischen Geilenkirchen und Heinsberg) auf einer Wiese die ersten Flugfiguren.
Im Jahr 1984 riefen Wolfgang Deussen, sein Bruder Richard Deussen und Bodo Görtz den Ultraleicht-Flugclub Heinsberg ins Leben. Nach Bekanntwerden dieser Aktion fanden viele Anschluss an den Verein, wodurch dieser sehr schnell anwuchs. Im gleichen Jahr verlegte man die Aktivitäten auf eine Wiese westlich von Schleiden und bekam dort eine Zulassung des Platzes nach §25 der Luftfahrtbehörde. Im Jahr 1986 musste man der Umgehungsstraße um Schleiden herum weichen und bezog den heutigen Standort bei Selsten.
Die Euphorie und die Mitgliederzahlen stiegen bis Mitte der 90er Jahre immer weiter an. Gegen Ende der 90er Jahre nahm der Enthusiasmus etwas ab, einige hörten auf, einige gingen zu anderen Vereinen, auch wegen der Möglichkeit den Flieger in einer Halle am Platz aufgebaut abzustellen. Die Plackerei beim Auf- und Abbau war vielen zu aufwändig, um mal eben ein Stündchen oder zwei in die Luft zu gehen. So nahmen die Aktivitäten und die Mitgliederzahlen langsam immer mehr ab. Gegen Ende der 90er Jahre wurden dann Versuche gestartet und Lösungen gesucht, dem entgegenzuwirken. Am jetzigen Standort etwas auf die Beine zu stellen, schien für viele unmöglich, so dass man versuchte einen neuen Platz zu finden, an dem sich das Projekt „Halle“ realisieren ließ. Das damalige Konzept beinhaltete neben dem Bau einer Halle, für die sich vor allem Josef Staaks einsetze, auch den Aufbau einer kommerziellen Flugschule durch Uli Peters. Von der Symbiose zwischen Verein und Flugschule erhofften sich die damaligen Aktiven, die ultraleichte Fliegerei wieder attraktiv zu machen. In Erpen bei Heinsberg fand man ein geeignetes Grundstück, das gut im Wind lag und bei dem der Besitzer mitspielte, um das Hallenprojekt zu verwirklichen. Parallel unterrichtete die neu gegründete kommerzielle und unabhängige Flugschule ihre ersten Schüler – ein Konzept, das auch heute noch funktioniert und dem Verein ein solides Fundament bietet. Leider scheiterte dieses Vorhaben letztendlich am Widerstand der Bevölkerung. Als letzten Ausweg nahmen wir dann den Strohhalm aus der Gemeinde Waldfeucht auf, die uns mit ihrem auf Tourismus und Vereinen ausgerichteten Bürgermeister die Möglichkeit eröffneten, am heutigen Standort eine Halle zu errichten.
Nach über einem Jahr Behördenprozedere kam dann die erlösende Nachricht, dass das Nutzungsänderungsverfahren für das Grundstück neben dem Fluggelände genehmigt sei. Aufgrund der Unterstützung aus der Gemeinde Waldfeucht wurde dann auch später der Verein umbenannt in Ultraleicht-Flugclub Heinsberg-Selfkant e.V.
Aus dem UL-Club Heinsberg-Selfkant bildete sich die Hallenbaugemeinschaft Waldfeucht e.V., die mit viel Eigenleistung und Engagement das Projekt „Hallenneubau“ mit allen Schwierigkeiten im Herbst 2006 in Angriff nahm und bis im Frühjahr 2007 verwirklichte. Dies war der Grundstein, den Zerfall des Vereins aufzuhalten, was die steigenden Mitgliederzahlen und Flugaktivitäten beweisen.
Auch die Flugschule am Platz bringt frischen Wind mit neuen, begeisterten Flugschülern in den Verein. Die Erweiterung der Halle und der Bau eines neuen Clubheims gaben dem Verein einen weiteren Anschub nach vorne, so dass wir viele schöne Stunden mit Kollegen, Freunden und Bekannten am Flugplatz verbringen konnten.
Der Ultraleicht-Flugsport in Heinsberg erhielt weiter großen Zuspruch und noch mehr Zulauf. So wurde dann im Jahr 2014 eine weitere Halle als Unterstellmöglichkeit für die Ultraleichtflugzeuge in privater Trägerschaft errichtet. Heute (2025) beherbergen unsere beiden Hangars rund 80 Ultraleicht-Sportgeräte. Angefangen beim Motorschirm über Trikes bis hin zu Tragschraubern und UL-Flugzeugen in verschiedensten Bauformen – der Vielfalt sind hier keine Grenzen gesetzt.
Doch nicht nur die zweite Halle hat dem Verein Aufwind gegeben. So war der Erwerb eines Ackers am südöstlichen Ende der Piste ein weiterer bedeutender Meilenstein, der ein Plus an Sicherheit darstellt, da die Piste mit ihren 255 m Länge nun in beiden An- und Abflugrichtungen über einen zusätzlichen unbebauten und unbepflanzten Grünstreifen verfügt.
Desweiteren setzte der Vorstand diverse behördliche Auflagen unverzüglich um. So verfügt das Gelände heute über eine Schrankenanlage, die den Wirtschaftsweg am nordwestlichen Ende der Piste während des Flugbetriebs absperrt. Die gesamte Piste wurde um einige Meter nach Nordosten verlegt und auf 25 m verschmälert, um einen zusätzlichen Sicherheitsstreifen zwischen Piste und Rollweg zu schaffen. Zuletzt wurden die Markierungen zur Begrenzung der Piste, der Halbbahn, der beiden Pistenschwellen, der Pistenbezeichnung, des Rollwegs und der Rollhalte vollständig überarbeitet und begrüßen heute anfliegende Pilotinnen und Piloten schon von weitem in strahlenden weiß und gelb.